Kettcar – Neues Album & Tour

Kettcar
Kettcar

Eigentlich wollte ich mich etwas aus dem Musik-Blogging-Bereich zurückziehen, aber wie das mit Junkies ebenso ist, ganz kommt man nie weg von dem Zeug. Über ein halbes Jahr habe ich nicht über Musik gebloggt und dann habe ich die Tage kurz in das neue Kettcar Album reingehört und schon war meine Leidenschaft Sucht wieder geweckt. Das Feuer brennt wieder. Die Rakete fliegt. Der Motor ist geölt. Was auch immer … Gut gemacht Kettcar. Danke.

Wer von euch nicht ganz hinter dem Mond lebt, der hat es sicherlich schon mitbekommen. Die Jungs von Kettcar bringen diese Tage ihr neues Album „Ich vs. Wir“ (Spotify Link) auf den Markt und Musikdeutschland spricht darüber. Ich habe mir es für euch ganz genau angehört, analysiert und einmal durch mein Hirn gejagt.

Seit über 15 Jahren gibt es Kettcar nun schon und in dieser Zeit haben die Herren uns einige Soundtracks für unser Leben geschrieben. Aber sind wir mal ehrlich, musikalisch war das nie Rocket Science. Dennoch haben ihre Texte immer auch ein Lebensgefühl transportiert und damit viele von uns begeistert. Zu Recht. Einige Autoren schreiben etwas von wegen „Next Exit Kirchentag“ in Bezug auf dieses Album, aber ich glaube, für so coole Boys ist dieses Album einfach nicht gemacht. War die Musik von Kettcar wahrscheinlich noch nie. Als musikinteressierter Mann Anfang 30 kann ich das Album nur empfehlen.

Auch wenn die Texte wesentlich erwachsener sind als in früheren Jahren, so fühlt sich das Album „Ich vs. Wir“ manchmal noch an wie mit 19. Und das reicht vollkommen als Legitimation, sich ein Album zu kaufen.

Einen kleinen Vorgeschmack auf die ganze Platte bietet euch der Song „Ankuftshalle“:

Tour 2018 von Kettcar:

  • 18.01. Saarbrücken, Garage
  • 19.01. München, Tonhalle
  • 20.01. A – Wien, FM4 Geburtstagsfest
  • 21.01. A – Graz, Orpheum (verlegt aus PPC)
  • 22.01. CH – Schaffhausen, Kammgarn
  • 23.01. CH – Bern, Bierhübeli
  • 24.01. Erlangen, E-Werk
  • 25.01. Stuttgart, Theaterhaus
  • 26.01. Dortmund, FZW (ausverkauft)
  • 27.01. Bremen, Schlachthof (ausverkauft)
  • 28.01. Kiel, Max
  • 30.01. Magdeburg, Altes Theater
  • 31.01. Dresden, Schlachthof
  • 01.02. Leipzig, Haus Auensee
  • 02.02. Wiesbaden, Schlachthof
  • 03.02. Köln, Palladium
  • 06.02. Hamburg, Große Freiheit 36 (ausverkauft)
  • 07.02. Hamburg, Große Freiheit 36 (ausverkauft)
  • 08.02. Hannover, Capitol
  • 09.02. Bielefeld, Ringlokschuppen
  • 10.02. Berlin, Columbiahalle (verlegt aus Huxleys)
  • 23.03. Essen, Weststadthalle
  • 24.03. Bremen, Schlachthof
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„NFC dürfen wir nicht!“ – Eine Anekdote aus dem deutschen Einzelhandel

NFC-payment
By Mybloodtypeiscoffee (Own work) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons
Aus beruflichen Gründen muss ich mich viel mit elektronischen Zahlungsmitteln im Einzelhandel auseinandersetzen und kenne dadurch die Verträge, Kosten und Prozesse im Background ziemlich gut. Sehr gut sogar. Gerade deshalb werfe ich bei meinen Einkäufen immer auch einen extra Blick auf die Zahlungsvorgänge und die angebotenen Möglichkeiten. So auch neulich bei einer Handelskette für Tiernahrung. 

Nachdem ich ausgiebig die einzelnen Katzenspielzeuge getestet und die Inhaltsstoffe der Katzennahrung studiert hatte, stand ich nun an der Kasse und wollte meine paar Artikel zahlen. Die Mitarbeiterin scannte meine Artikel ein, und ich erklärte ihr, dass ich meinen Einkauf mit Karte zahlen möchte. Die Dame drückte die Funktion „Karte“ auf ihrer Kasse, das Kartenterminal erwachte, und ich erkannte direkt das NFC-Symbol auf dem Terminal. 

Als anständiger Early Adopter zückte ich direkt mein iPhone und wollte dieses auf das Terminal legen, um meine Einkäufe mittels Apple Pay zu bezahlen. Aber da machte mir die enagierte Mitarbeiterin einen Strich durch die Rechnung. Sie legte ihre beiden Hände auf das Gerät und machte mir mit leicht hysterischen „NEIN! NEIN! NEIN!“-Rufen unmissverständlich klar, dass sie Apple Pay wohl nicht als Zahlungsmittel akzeptieren würde.

Verdutzt und etwas überrumpelt steckte ich wortlos mein Handy weg und zückte meine Kreditkarte, um diese auf das Gerät zu legen. Wieder ertönte ein mahnendes „NEIN! NEIN! NEIN!“ und die Dame erklärte mir „das geht nicht!“. Ich erwiderte ihr, dass das NFC-Symbol doch auf dem Gerät angezeigt wird und ich es probieren möchte. Erst jetzt erklärte sie mir, dass es wohl theoretisch möglich sei per NFC zu zahlen, aber die Geschäftsleitung dies nicht möchte. Eine Nachfrage habe ich mir an der Stelle erspart und meine Kreditkarte einfach in das Gerät gesteckt. 

Was zurück bleibt: ein überrumpelter Kunde und ein verwunderter Fachmann. Warum möchte die dortige Geschäftsleitung keine NFC-Zahlungen? Fakt ist, Zahlungen per NFC kosten den Händler keine extra Gebühren. Es werden immer die Gebühren der hinter dem NFC liegenden Karten (z.B. Visa, Mastercard) berechnet. Somit hat der Händler in meinem Fall keinen Cent gespart. Vielmehr ist der Vorteil von NFC doch der, die Abläufe an der Kasse zu beschleunigen. Weshalb sperrt man sich also so dagegen? Unwissenheit? Verunsicherung? 

Wie sind eure Erfahrungen mit NFC bzw. Apple Pay? 

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One night in – Göteborg

Meine idealtypische Schweden-Vorstellung.

Denkt man an Schweden, so hat man schnell zwei Bilder im Kopf – zum einen eine malerische landschaftliche Kulisse, weite Küstenabschnitte, niedliche rot angestrichene Holzhäuschen mit weißen Fensterläden, wie man sie von den Kindern aus Büllerbü kennt. Romantik pur. Alternativ sind da Bilder von Stockholm im Kopf, vom Schloss und vom Abba-Museum, begleitet vom Flow eines bekannten schwedischenMöbelhauses. So zumindest meine Vorstellung von Schweden.

Mit einem Coffee to go am Hafen die Sonne zu genießen – Urlaubsgefühl pur.

Dass es in Schweden noch mehr Städte gibt, ist irgendwie selbstverständlich – dennoch hörten meine Gedanken an Schweden meist eben bei oben beschriebenen Bildern und Vorstellungen auf. Ein glücklicher Zufall brachte uns dazu, im Frühsommer Flüge nach Göteborg zu buchen – eigentlich nur auf der Durchreise, um das schwedische Landleben kennenzulernen.

Kurz vor Abflug begannen wir zu googlen – Göteborg in einem Tag, Dinge, die man gesehen haben muss, auf der Suche nach Tipps und Hinweisen. Wir fanden: nichts. Zumindest fast nichts, das brauchbar gewesen wäre. Bei Youtube findet man einige Reportagen über Göteborg und die Südküste Schwedens – primär geht es dort aber um Schifffahrten und Frachtcontainer sowie ein Schiffsmuseum. Dieses, Maritiman, findet sich (Überraschung) am Göteborger Hafen, gleich neben der Oper und riesigen Frachtkränen. In gewisser Weise war dies die einzige Information, die wir hatten, bevor wir entschlossen, die zweitgrößte Stadt Schwedens einfach auf eigene Faust zu erkunden.

Vom Flughafen verkehrt im Zeitabstand von ca. 10 Minuten ein Bus in die Innenstadt – Fahrtzeit rund 20 Minuten. Die Tickets lassen sich bequem am Automaten kaufen. Am Hauptbahnhof angekommen, standen wir vor der ersten (und für uns innerhalb von 24 Stunden unüberwindbaren) Hürde: Man kann in Bussen keine Fahrkarten kaufen. Schweden ist immer mehr auf dem Weg, ein bargeldloses Land zu werden (auch eine Information, die wir gern vorher gehabt hätten), Fahrkarten für den Bus werden über eine App gekauft. Dass es in dieser App unmöglich war, unsere Kreditkarten zu autorisieren, um Fahrkarten zu kaufen, war zunächst ärgerlich, sorgte im Endeffekt aber dafür, dass wir wunderschöne Ecken der Stadt zu sehen und ein Gefühl für die Anordnung der verschiedenen Stadtteile bekamen – wenngleich wir abends todmüde ins Bett fielen. Infos zum Göteborger Nachtleben kann ich euch an dieser Stelle also nicht bieten.

Der Weg von Garda ins Stadtzentrum führt vorbei an vielen Kanälen, Grünflächen, Stadien – und einem Friedhof.

Unsere 24 Stunden in Göteborg:

  1. Ankunft am Flughafen um 9.30 Uhr, Ankunft am Hauptbahnhof gegen 10.30 Uhr. Auf der Suche nach unserem Hotel (im Stadtteil Garda, klein, einfach und schwedisch teuer) wählten wir mit Google Maps den kürzesten Weg – und trabten 20 Minuten an Bahngleisen entlang.
  2. Check in, Zimmer beziehen, frisch machen und los in die Stadt. Der Hunger trieb uns umher. Auf der Busfahrt durch das Stadtzentrum fielen viele kleine Cafés auf, die Schweden haben einen enorm hohen Kaffeeverbrauch pro Kopf. Dementsprechend kann man fast überall hervorragenden Kaffee trinken. In der Altstadt reihen sich die klassischen Modeketten ein mit skandinavischen Designer-Läden, Blumenshops und Cafés.

    An jeder Ecke finden sich kleine Cafés mit Leckereien, so weit das Auge reicht.
  3. Von Garda in Richtung Innenstadt passiert man nicht nur verschiedene Stadien, sondern auch den botanischen Garten, der gerade im Frühjahr und Sommer definitiv einen Besuch wert ist.
  4. Zum Lunch: ein frisches Krabbensandwich mit Dill-Mayonnaise und etwas Zitrone in der Fischkirche (an der Grenze zu Haga). Die Fischkirche bietet eine riesige Auswahl an frischem Fisch und zubereiteten Mahlzeiten zum Mitnehmen, die man bei gutem Wetter gleich am Ufer des kleinen Kanals, an dem die Kirche liegt, verzehren kann. Unsere Erfahrung: Es ergibt Sinn, sich in einem der zahlreichen SevenElevens, die an jeder Ecke zu finden sind, ein Getränk zu kaufen – sonst ist man an einer der kleinen Beachbars, die um den Kanal aufgebaut sind, schon mal umgerechnet knapp 10€ für zwei 0,33-l-Wassergläser los.

    Kleine Open-Air-Bars an den Kanälen der zweitgrößten Stadt Schwedens laden zum verweilen ein.
  5. Durch kleine Concept Stores schlendern und Kuchen (Zimtschnecken) essen in Haga, Göteborgs Studentenviertel. Hier gesellt sich skandinavisches Design zu kleinen traditionellen Cafés wie dem Café Husaren, das nicht nur für seine großartigen Zimtschnecken bekannt ist. In den kleinen, hübsch geschmückten Gässchen vermischen sich Studenten, Touristen und Einheimische, um zu entspannen und laue Sommertage zu genießen.
  6. Von Haga kann man wunderbar am Hafen entlang schlendern, das Schiffsmuseum im Vorbeigehen bewundern, sich auf die Stufen vor der Oper setzen und die seichten Wellen beobachten, die sich an den Stufen des Hafens brechen.
  7. Unser Abendessen (es sollte etwas Leichtes sein) genossen wir im En Deli Haga – wir entschlossen uns zu einer gemischten Platte, auf der allerhand (meist vegane) arabische Köstlichkeiten zu finden waren. Günstig, gemütlich und köstlich.

    Abendessen im En Deli, Haga.

Göteborg hat einiges zu bieten: Kleine Boutiquen, enge, historische Gässchen, wunderschöne Altbauten, viele Cafés mit grandiosem Gebäck, Krabbenbrote, so weit das Auge reicht, eine Kirche, die nur für Fische gebaut wurde und Unmengen von Wasser, was der Stadt eine enorme Ruhe und Gemütlichkeit verleiht. Es lohnt sich, im Voraus Locations zu googlen, da die Preise gerade für Essen und Getränke massiv variieren – vielleicht sind wir als Deutsche an dieser Stelle auch zu sehr verwöhnt von unseren Preisen. Ein letzter Protipp, den wir leider erst erhielten, als wir schon wieder zu Hause waren: Die Linie 3 fährt ähnlich wie die Berliner Buslinie 100 einmal quer durch die Stadt und verschafft so auf bequeme Weise einen wunderbaren Überblick – ohne den touristischen Trubel, der auf den Unmengen von touristischen Booten herrscht.

 

Und übrigens: Wenn ihr schon einmal dort seid, hängt noch ein paar Tage im Umland dran und lernt das schwedische Landleben kennen. Schöner kann ein Sommer eigentlich nicht verbracht werden.

Schwedisches Sommerleben.
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Inselblog ist tot, es lebe der Inselblog!

Inselblog fotografiert Inselblog
Inselblog fotografiert Inselblog

Vergesst den alten Inselblog, hier ist jetzt alles neu und mit 75% mehr Inselblog! Aber der Reihe nach …

Im Jahr 2009 startete ich das Projekt Inselblog.com als persönlichen Blog und mit halbgeilen Ambitionen. Ich wollte einfach irgendwo im Internet meine Gedanken, meine Lieblingssongs und ein paar lustige Fotos abspeichern.

Mit der Zeit entwickelte sich der Blog immer besser. Besser als ich es erwartet hatte. Ich entschied mich den Blog zu spezialisieren und legte mich auf Musik fest. Vorbei war die Zeit der persönlichen Gedanken und der lustigen Fotos. Es gab fast nur noch Musik.

Diese Spezialisierung war absolut richtig. Die Besucherzahlen stiegen immer weiter und weiter. Das Team hinter dem Blog wurde größer und wir tanzten auf diversen Festivals in Europa. Alles war super.

Aber irgendwann machte es Knacks. Plötzlich war der Antrieb zum bloggen nicht mehr da. Ich wollte neben meinem normalen Beruf nicht auch noch 20-30 Stunden die Woche bloggen. Wollte einfach mehr Zeit für mich und auch mehr Zeit für meine Freundin haben. Ich reduzierte die Stunden leicht, das Team wurde kleiner und die Besucher wurden auch immer weniger. Am Ende fühlte sich der Blog ein bisschen an wie Atlantic City: Es gab zwar noch genug Gäste, aber überall sah man bereits den Zerfall. Das konnte so nicht weitergehen!

Nach Monatelangem hin und her entschieden wir uns dazu, den Blog und das komplette Konzept dahinter neu zu starten. Und hier sind wir nun: Tada!

Wir bloggen hier nur noch zu zweit, mit weniger Musik, etwas weniger Professionalität und vor allem mit weniger Geschwindigkeit. Vielleicht gibt es jetzt zwei Wochen lang keinen neuen Beitrag. Vielleicht aber auch zwei Beiträge in einer Woche. Die Geschwindigkeit möchten wir uns ganz offen lassen, aber dafür können wir euch mehr Seele und mehr Persönlichkeit versprechen. Darauf haben wir richtig Bock. Back to the roots eben.

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